AD: Alles Dürer! Der KPZ-Aktionsraum zur Ausstellung der Frühe Dürer

 

 

AD beobachtet sich im Spiegel

Die Ausstellung "Der frühe Dürer" zeigte die berühmten gezeichneten Selbstbildnisse des 13jährigen und des ungefähr 20jährigen Dürer. In unserer Nische ging es um die Frage, in welchem "Spiegel" Dürer sich damals betrachten konnte. Neben Konvexspiegeln hatte der Goldschmiedesohn sicher auch die Möglichkeit, sich in spiegelnden Metallflächen zu beobachten, nur eben nicht in den glatten Glasspiegeln, die wir heute gewohnt sind. Seit der der Antike kennen wir auch das Narzissmotiv - den sich in der spiegelnden Wasseroberfläche erkennenden Jüngling.

Ungewöhnliche Spiegelmomente wollten wir in unserer Nische vorstellen, darüber hinaus auch darauf aufmerksam machen, dass der Blick in den Spiegel stets unbewusste Korrektur und auch Selbstinszenierung ist.

Umsetzung:

Neben spiegelnden Flächen aus Bronze, Gold, Silber, Messing, Zinn, Stahl und Kupfer wurden Gebrauchsgegenstände aus diesen Materialien gezeigt: Eine Kuchenform aus Kupfer, ein herzförmiger Zinnteller, zwei Rüstungsarmschienen aus Stahl und ein Konvexspiegel. Mitttig in der Nische gab es ein schwarzes Podest mit einem flachen Wasserbecken oben, das zur Selbstbetrachtung auf der Wasseroberfläche einlud. In einem Flachbildmonitor, der im Hochformat an der Wand installiert war, konnte sich der Besucher auf ganz besondere Weise beobachten: Das gezeigte Viedeobild kam von einer Kamera, die mit einem Zeitverzögerer verbunden war, so dass der Besucher sich selbst sah, jedoch nicht im gleichen Moment, sondern um vier Sekunden verspätet, als das "schon vergangene Ich". Für die Selbstbetrachtung bedeutete dies, dass man wesentlich bewusster verschiedene Posen oder Ansichten ausprobieren konnte, da das Beobachten ja - wenn auch nur für kurze Zeit - vom eigenen Tun oder Aussehen getrennt war.

 

 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Stand: 19.12.2012, 13:41 Uhr

 

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