AD: Alles Dürer! Der KPZ-Aktionsraum zur Ausstellung der Frühe Dürer

 

 

Lebenslinie

Die Lebenslinie zog sich entlang der Außenwände des Ausstellungsraums. So ließen sich ADs Lebensereignisse von der Geburt 1471 an bis zum Jahr 1504 abschreiten. Biografisches, Hintergrundinformationen und Stationen, an denen man selbst aktiv werden konnte, wechselten sich ab.

 

Der Vater von AD ist ein Goldschmied aus Ungarn. Die Mutter ist Nürnbergerin. Die Familie wohnt in der Burgstraße 27. Die Nachbarschaft ist interessant: Hier leben Wissenschaftler, Künstler, Kaufleute und Handwerker. Schulkind ist AD nur kurz. Er lernt Lesen, Schreiben und Rechnen. Mit 10 Jahren geht er zum Vater in die Lehre. Er soll auch Goldschmied werden.
Aktion:
Hier kannst du ein Kalenderblatt abreißen und mitnehmen.

Schon jetzt zeichnet er gut und gerne – auch sich selbst.
Seine künstlerische Begabung ist nicht zu übersehen. AD möchte jetzt lieber Maler werden. Aktion: Hier kannst du den Silberstift ausprobieren. Die Spitze des Stifts ist aus echtem Silber. Das Papier wurde wie zu Dürers Zeiten mit einem Kreidegrund vorbereitet.
Mit 15 fängt er eine zweite Ausbildung Malerhandwerk. Nach Abschluss der Lehre malt AD seine Eltern.
AD zeichnet viel: Was er sieht, will er so naturnah wie möglich darstellen. In seiner Werkstatt braucht er einen großen Vorrat an besonders guten Zeichnungen: Vieles davon lässt sich in seinen Kupferstichen, Holzschnitten und Gemälden wiederentdecken.
Aktion: Lassen sich die Kissen so knautschen, wie AD sie gezeichnet hat? Versuch’s doch mal! Oder knautsche deine eigene Fantasielandschaft. Oder ein Gesicht.
Nun geht AD auf Wanderschaft, um sein Können weiter auszubauen. Von Martin Schongauer möchte er den Kupferstich erlernen. Diese Technik ist bislang in Nürnberg nicht üblich.
In Basel, in der Schweiz, beschäftigt er sich mit der Kunst der Buchgestaltung. AD entwirft zahlreiche Holzschnitte für Bücher.
Er übt sich auch im freien Zeichnen und genauen Beobachten. Vier Jahre ist er auf Wanderschaft. Zurück in Nürnberg heiratet er am 7. Juli 1494 Agnes Frey.
1497 gründet AD eine Werkstatt für Druckgraphik. Er stellt zwei Mitarbeiter ein. Jetzt ist er Künstler und Geschäftsmann. AD macht sich einen Namen. Seine Anfangsbuchstaben werden zu seinem Markenzeichen AD. Damit kennzeichnet er seine Werke. AD ist 27 Jahre alt, als sich der große Erfolg einstellt: Die fantastischen Holzschnitte der „Apokalypse“, begeistern Menschen in ganz Europa.
Viele Forscher haben angenommen, dass AD direkt in der freien Natur Aquarelle gemalt hat. AD soll auch auf Reisen Farben in Muschelschalen dabei gehabt haben, um alles Interessante sofort farbig festzuhalten. Heute meint man, dass AD in der Natur nur Skizzen anfertigte. Später hat er dann die Aquarelle aus diesen Skizzen in der Werkstatt zusammengesetzt. Das Aquarellieren in freier Natur wäre wohl zu aufwändig gewesen.
Aktion: Stelle dir mit den Papierstreifen deine eigene Landschaft zusammen!
Immer wieder erforscht AD auch sich selbst. Im Bildnis malt er sich selbstbewusst als Künstlerpersönlichkeit. Alle Selbstporträts malt AD ohne Auftrag. Vermutlich möchte er mit diesen Bildern neue Kunden gewinnen.
In vielen großen Gemälden erzählt AD Geschichten. Und immer geht es ihm auch um Perfektion, Maß und Schönheit. AD beginnt, darüber ein Lehrbuch für Maler zu schreiben. Aktion: Hier kannst du an deinem eigenen Körper Maß nehmen und Teil eines Besucher-Porträts werden.
1504 ist er 33 Jahre alt. Nun plant er eine Reise nach Italien. Mit im Gepäck ist der Kupferstich „Adam und Eva“ als Zeichen seiner Meisterschaft.
Bis zu seinem Tod im Jahr 1528 wird AD noch viele Kunstwerke schaffen. Die bedeutendsten Männer seiner Zeit werden Arbeiten bei ihm in Auftrag geben. 1509 wird er das Haus am Tiergärtnertorplatz kaufen, das man noch heute als Albrecht-Dürer-Haus besichtigen kann. Sein Ruhm wird sich weit über die Grenzen Nürnbergs hinaus verbreiten und ihn unsterblich machen.

 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Stand: 19.12.2012, 12:28 Uhr

 

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ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Nürnberg und der Stiftung Germanisches Nationalmuseum.