AD: Alles Dürer! Der KPZ-Aktionsraum zur Ausstellung der Frühe Dürer

 

 

AD lebt in der Weltstadt Nürnberg

Gleich zu Beginn des Rundwegs durch den Aktionsraum wurde die Stadt Nürnberg um 1500 ins Rampenlicht gerückt. Neun "Spots" waren auf diejenige Stadt gerichtet, in die Dürer hineingeboren wurde. Die plakativ vergrößerte Abbildung Nürnbergs aus der Weltchronik des Hartmann Schedel diente als Kulisse. In ihrem „Bauch“ waren neun Drehbühnen untergebracht, die sich – vor rotem Hintergrund und gut beleuchtet – darboten wie kleine Theaterbühnen. Hier, so wurde signalisiert, spielt sich etwas Wichtiges ab!

 

 

Für das Team war dieser Vorspann, der Blick auf die Stadt – ohne dabei schon von Albrecht Dürer zu sprechen – wichtig. Denn die Frage war: Wie kann sich ein Kind, ein Jugendlicher, aber auch ein Erwachsener einem Künstler annähern, der vor mehr als 500 Jahren gelebt und gewirkt hat? Wie kann man sich vergegenwärtigen, dass jeder künstlerische Werdegang von einem Gesamtumfeld geprägt ist und dass sich künstlerische Entwicklung nicht im luftleeren Raum ausbreitet, sondern zu großen Teilen einen beschreibbaren und sehr konkreten Hintergrund hat?
Im Aktionsraum sollte sich der kleine und große Besucher ganz spielerisch diesem Hintergrund von Dürers Leben annähern. Die Miniatur als Gestaltungsmittel bot die Möglichkeit, den Blick zu fokussieren, eine Aussage in ein knappes, komprimiertes, aber auch überraschendes Bild zu packen. Diese Bilder sollten sich schnell erschließen. Beigefügte kurze, sachliche Texte machten sie letztendlich verständlich.

Mit den kleinen „Bühnenstücken“ am Anfang des Rundweges nahm das Team auch Bezug auf die neueste Dürerforschung, deren Interesse unter anderem der sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Einbindung Dürers galt, und die daraus ein Bündel von Erfolgsfaktoren rekonstruierte.

Die neun Drehbühnen bestanden aus einem 30 cm hohen Plexiglas-Zylinder, der über eine Scheibe gestülpt war. Die Schnittkante der Scheibe diente auch als Träger der zweisprachigen, deutsch-englischen Textbanderole. Diese Scheibe war nach unten mit einer größeren Scheibe und einem Drehteller verbunden. Nur wenn diese Teller vom Besucher gedreht wurden, gaben die Drehbühnen ihre Botschaft preis.

Bei der Umsetzung der Bilder wurde großer Wert auf Materialqualität gelegt. Für die Herstellung eines kleinen Bleiglasfensters und für die Nachbildung der Reichskleinodien aus Wachs wurden Kunsthandwerker beauftragt. (Es hat sich längst bestätigt, dass sich Materialqualität und handwerklich hochwertige Umsetzung in einem sorgfältigeren Umgang mit dem interaktiven Material niederschlagen.)

1. Die Größe der Stadt Nürnberg im Vergleich
Zu Dürers Zeit ist Nürnberg schon eine Großstadt. Venedig und Paris sind Weltstädte. München und Berlin dagegen völlig unbedeutend.

2. Nürnberg als Kaiserstadt
Kaiser und Könige besuchen immer wieder die Reichsstadt Nürnberg. Das bedeutet eine große Ehre. Natürlich wohnt der Kaiser dann meistens auf der Burg.
3. Der Rat der Stadt Nürnberg
Auch wenn der Kaiser Nürnberg oft besucht, regiert hier ein Rat. Er besteht aus alteingesessenen, wohlhabenden Bürgern, den Patriziern.
4. Nürnberg im Mittelpunkt Europas
Alle Wege führen nach oder durch Nürnberg. Wie die Spinne im Netz sitzt die Stadt im Mittelpunkt wichtiger Handelswege.
5. Die Kirchen Nürnbergs
Kirchen spielen eine große Rolle im Alltag der Menschen. Hier betet man und besucht täglich Gottesdienste. Die Größe Gottes spiegelt sich in den hohen Gewölben und prächtigen Kunstwerken.
6. Nürnberg als Stadt der "hellen Köpfe"
Nürnberg ist auch berühmt für seine Gelehrten. Wissenschaft und Dichtung werden hier groß geschrieben.
7. Nürnberg als europäischer Handelsplatz
Nürnberg ist ein europäischer Handelsplatz. Auf zahlreichen Messen werden Waren von überall her angeboten und verkauft.
8. Nürnberger Handwerk
Nürnberger Handwerker sind berühmt für ihre Massenprodukte. Genauso begehrt sind kostbare Einzelanfertigungen.
9. Nürnberg als Papier- und Buchstadt
Der Buchdruck findet in Nürnberg beste Voraussetzungen. Hier gibt es Mühlen, in denen aus Lumpen bestes Papier hergestellt wird. Viele Autoren, Illustratoren und Verleger leben hier.

 

Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Stand: 18.12.2012, 15:45 Uhr

 

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ist eine gemeinsame Einrichtung der Stadt Nürnberg und der Stiftung Germanisches Nationalmuseum.