Stadtmuseum im Fembo-Haus

Masel tov!

Spuren jüdischen Lebens jenseits von Shoah und Laubhütte


25.6.2021 - 28.2.2022

Jüdisches Leben war und ist in Nürnberg integraler Bestandteil der Stadtgeschichte. Was erzählen uns die kulturellen Beiträge jüdischer Mitbürger aber darüber hinaus? Im Stadtmuseum im Fembo-Haus sind jüdisches Leben, jüdische Persönlichkeiten und der Umgang mit jüdischer Geschichte stärker präsent, als es für die Besucher bislang sichtbar wird.

Das Jubiläumsjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" gibt Anlass, die Zeugnisse jüdischen Lebens innerhalb der bestehenden Dauerausstellung aufzuarbeiten. Sie erzählen weit mehr als allein jüdische Geschichte. Vielmehr stellen sie einen heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Anteil an der Stadtgeschichte und an dem gesellschaftlichen Leben in Nürnberg dar – jenseits der Pogrome, der Vertreibung, des Nationalsozialismus und dessen völkerrechtlicher Überwindung, die in anderen Museen der Stadt Nürnberg Thema sind.

Im Stadtmuseum im Fembo-Haus werden dazu 2021 vier Ausstellungseinheiten gezeigt, die  das Wirken jüdischer Persönlichkeiten, den kulturellen Beitrag von Künstlern und die gelebte religiöse Kultur veranschaulichen. Sie werden begleitet von einem inhaltlich darauf abgestimmten Programm an Kurz des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg (KPZ).
 

  • Die Aufstellung des Neptunbrunnens auf dem Hauptmarkt

Nach dem Dreißigjährigen Krieg entwarf der Nürnberger Bildhauer Georg Schweigger den Neptunbrunnen. Er sollte als Denkmal des Friedens auf dem Nürnberger Hauptmarkt aufgestellt werden. Doch es kam anders – die Stadt verkaufte die ausladende Brunnenanlage aus Geldnöten an den russischen Zaren. Erst Ludwig Ritter von Gerngros, seinerzeit einer der wichtigsten Mäzene holte den Brunnen 1902 als Nachguss zurück in das Zentrum der Stadt.

Die Führung am Modell des Neptunbrunnens, das Philipp Kittler anlässlich des Nachgusses erstellte, beleuchtet den Brunnen und seine Geschichte näher.

  • Das Pickertsche Vermächtnis

1912 überließ der jüdische Antiquar und Kunsthändler Max Pickert der Stadt Nürnberg sein Haus am Albrecht-Dürer-Platz, in dem sich zahlreiche Kunstschätze befanden. Diese sollten mit den reichhaltigen städtischen Kunstsammlungen zusammen ausgestellt werden. Die Führung auf den Spuren des Stifters erinnert an die bedeutende Sammlung der Familie Pickert, die von erlauchten Persönlichkeiten wie der russischen Zarin Alexandra Feodorowna oder Prinz Adalbert von Bayern besucht wurde. Erfahren Sie dabei auch, wie der Pickertsche Nachlass bis heute das Stadtmuseum im Fembo-Haus bereichert.
 

  • Jüdische Künstler und “Entartete Kunst”

Der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Hermann Luppe kaufte während der Weimarer Republik für die städtische Galerie bedeutende Kunstwerke, die zur damaligen Avantgarde zählten. Vieles davon fiel später der nationalsozialistischen Aktion "entartete Kunst" zum Opfer.

Das Gemälde "Kartoffelbuddler in den Dünen bei Zandvoort" des Malers Max Liebermann war gleich doppelt betroffen – es wurde als "entartet" und als "jüdisch" verfemt. Entdecken Sie bei der Führung das Bild mit seiner wechselvollen Geschichte und begeben Sie sich auf die Spuren eines der bedeutendsten Künstler des deutschen Impressionismus.
 

  • Die ehemalige Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz

Das 1939 fertiggestellte Modell der Nürnberger Altstadt bietet einen einzigartigen Einblick in das Stadtbild vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig ist es auch ein Zeugnis seiner Zeit: Von der Synagoge am Hans-Sachs-Platz, die im August 1938 zerstört wurde, fehlt jede Spur. Ausgehend von der Fehlstelle im Modell beleuchtet die Führung die Geschichte der jüdischen Hauptsynagoge, eines Prachtbaus im maurischen Stil, der erst 1874 eingeweiht worden war.

 

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